ADHS – Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom – kurz ADHS oder ADS – betrifft die ganze Familie. Erfahren Sie mehr zu Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Früher unterschied man ADHS und ADS, heute gilt allgemein ADHS, welches in zwei Subkategorien gegliedert ist. Der klassische ADHS-Typ, impulsiv, hyperaktiv,  unruhig, unaufmerksam und der ADS-Typ, verträumt und unaufmerksam.

Kinder beschreiben oftmals ein Gefühl, das Gehirn sei wie im „Energiespar– Modus“ und kann Wichtiges von Unwichtigem nicht mehr unterscheiden. ADHS-Kinder können sehr konzentriert und aufmerksam sein, wenn sie etwas machen, hören oder erleben, dass sie fasziniert. Fehlt diese Faszination, können sie ihre Aufmerksamkeit auf eine Sache nicht mehr halten. Durch die fehlende Kontinuität des Handelns, sind die Kinder oft nicht in der Lage, Begonnenes zu vollenden. Ein ständig hungriges Belohnungs- und Motivationssystem fordert zudem Lob und Anerkennung, dass es unabhängig von der Erfüllung zur weiteren Reizquelle wird.

Es gibt ebenso viele Parallelen in der ADHS-Symptomatik wie individuelle Unterschiede

Es gibt viele Parallelen in den Störungsbildern, wie zum Beispiel Lernschwierigkeiten. Da ist es für alle Kinder wichtig, Lerntechniken anwenden zu können, um eine Aufgabe sinnvoll erfassen und an die Lösung herangehen zu können. Dennoch ist die ADHS-Symptomatik derart komplex, dass Therapien individuell auf das Kind zugeschnitten sein müssen. Ein elementarer Baustein aller ADHS-Therapien ist das Elterntraining. Zunächst sollten, bestenfalls mit professioneller Hilfe, Regeln aufgestellt werden und Zuspruch, Lob und Motivation in die Tagesordnung übergehen. Innerhalb der Familie muss ein neuer Kommunikationsstil eingeübt werden, der freundlich, knapp, klar und ankündigend ist. Je länger eine solche Kommunikation bewusst geübt wird, desto einfacher wird das Zusammenleben für Kinder und Eltern.

Multimodale Therapien und der Wirtschaftszweig ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung gilt schulmedizinisch als unheilbar. Trotzdem wird meist schulmedizinisch behandelt mit dem Erfolg, dass die Nebenwirkungen zum größten Problem werden und die Ursache unverändert bestehen bleibt. Die Symptomatik ist neurobiologischer Art. Im Gehirn wird  der Botenstoff Dopamin nicht ausreichend produziert, so dass es wichtige von unwichtigen Reizen nicht unterscheiden kann. Normalerweise entwickelt sich bis zum sechsten Lebensjahr eine Art Emotionsbremse, die eine autonome Selbststeuerung darstellt. Bei ADHS werden Wahrnehmungen unbewusst emotional bewertet, ohne dass ein Zugriff auf das Erfahrungswissen gelingt.

Therapieziele sind Training der Aufmerksamkeit, Förderung der Selbstwahrnehmung, Stärkung des Selbstwertgefühls und Verzögerung der impulsiven Reaktionen. Eine multimodale Therapie beinhaltet im Idealfall die Verbesserung der äußeren Bedingungen durch Strukturänderung und Reizreduktion, die Einbeziehung des sozialen Umfeldes sowie Förder- und Psychotherapiemaßnahmen.

In Anbetracht des breiten Entstehungsspektrums wie ungelöste Konflikte, familiäre Belastungen, unerkannte Krankheiten, Lernschwierigkeiten, Nährstoffmangel und psychosomatische Ursachen, dürfte auch das Therapiefeld von immenser Größe sein. Um den Beginn der Ursachenkette zu finden, sollten innere Organe, Blutzucker, Darm, Allergien, Sehschärfe und Gehör untersucht werden.

Das können Eltern tun

  •  Versorgung mit lebendiger Nahrung und ausreichend Schlaf, Bewegung an frischer Luft und viel Wasser trinken
  • positive Eigenschaften und Begabungen hervorheben
  • Wissen aneignen, Beobachten, Individuelle Probleme feststellen
  • Reize setzen
  • viele Betätigungsfelder zeigen und vorleben
  • Musik, Sport, Lesen, basteln, Bewegung, alltägliche Arbeiten
  • Rituale pflegen
  • Lob und Belohnung
  • Aus unangenehmen Aufgaben ein Spiel machen
  • Sinn verschiedener erklären Handlungsabläufe und Prozesse erklären
  • Eigeninitiative wecken
  • Gemeinsame Problemlösungen
  • Gemeinschaftserlebnisse
  • Ernst nehmen, zuhören
  • Fördern, nicht überfordern

Vom Kind schwerwiegend empfundene Lebenskonflikte, die es nicht lösen oder bei denen es sich niemandem anvertrauen kann, erzeugen Symptome, die denen von AD(H)S sehr ähnlich sind.

 

 

 

 

 

 

 

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