Heilatmen – Atemübungen nach Dr. Shioya

Es gibt viele Methoden und Techniken des Heilatmens. Die hier vorgestellte ist eine eher jüngere Art, die ihre erfolgreiche Anwendung am nahezu biblischen Alter ihres Erfinders zeigt. Das Buch „Der Jungbrunnen des Dr. Shioya“ stellt eine Methode vor, wie der Autor selbst und viele seiner Patienten Gesundheit und höchste Vitalität bis ins hohe Alter erreicht haben. Der Arzt Dr. Shioya ist 1902 in Japan geboren und konnte bis zu seinem Tod (Dr. Shioya starb im März 2008 in einem Altersheim in der Nähe von Tokio) auf seine außergewöhnliche Biographie zurückblicken. 

Schwingungen haben verschiedene Wellenlängen, so wie auch verschiedene Radio- und Fernsehsender unter verschiedenen Frequenzen senden und empfangen. So sendet und empfängt auch jeder Mensch andere Schwingungen, je nach momentaner Befindlichkeit und nach persönlicher Lebenseinstellung. Positiv orientierte Menschen senden Schwingungen aus, die positiven Wellenlängen entsprechen und ziehen entsprechende an. Das heißt laut  Shioya, dass wir nur auf die Dinge treffen, deren Schwingung mit unserer eigenen harmoniert. Wir ziehen also nur die Ereignisse in unserem Leben an, die mit unserer Wellenlänge übereinstimmen.

So gesehen können wir den Lauf der Ereignisse unseres Leben verbessern, indem wir unsere Antenne auf unseren Wunsch ausrichten und die Wellenlängen ändern. Dies geschieht, wenn wir unsere Gedanken und unsere Einstellung auf ein bestimmtes Ziel konzentrieren. Denken wir positiv, ziehen wir positive Ereignisse an – allerdings sollten dabei keine Zweifel in unserem Inneren auftreten. Zweifel behindern immer die Erfüllung unserer Gedanken und  Wünsche.

Ein Kleinkind voller Urvertrauen lernt laufen, egal, wie oft es hinfällt und wieder aufstehen muss. Hätte das Kleinkind den Verstand eines Erwachsenen, würde es wohl nie laufen lernen, meint Dr. Shioya. Er nennt dieses Urvertrauen „aufrichtiges, positives Bewusstsein“. Durch die gedankliche Vorstellung und die Visualisierung kann man die unerschöpfliche Kraft des Universums in Bewegung setzen. Die Chinesen nennen es Chi, in Indien spricht man vom Prana. Diese Kraft kann man mit seinem Bewusstsein bündeln. Durch seine Methode, „Atmung und Visualisierung“, wie sie Dr. Shioya nennt, ist es möglich, sich vor dem Altern des Gehirns und vor Senilität zu schützen oder die Gesundheit des Gehirns auf dem Stand eines jugendlichen Menschen zu halten  bzw. die Gehirnleistung zu verbessern. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur vollkommenen Gesundheit ist für Dr. Shioya die Erkenntnis, dass jeder für seine Gesundheit die Verantwortung selbst übernehmen sollte und zwar durch das Praktizieren der „schöpferischen Kraft der Gedanken“ und der „richtigen Atmung“, die die „unerschöpfliche Kraft des Universums“ aktivieren.

Diejenigen, die Heilatmung lernen und praktizieren wollen, können die  folgende Praxis der Methode verwenden. Diese und weitere Techniken des Heilatmens sind Bestandteil der Ausbildung zum Gesundheitspraktiker.

 

Praxis der Methode (zitiert aus „Die Kraft strahlender Gesundheit“ von Nobuo Shioya)

Die Methode des rechten Denkens und Atmens besteht aus zwei Teilen: dem rechten Denken und dem rechten Atmen, die zusammen eine untrennbare Einheit bilden. 

Rechtes Denken – Beim rechten Denken geht es um die richtige Geisteshaltung im Alltagsleben. Es gibt zahlreiche Techniken um solch eine Haltung zu kultivieren. Bei der Methode habe ich drei davon ausgewählt, die Sie natürlich bei Ihrer Praxis, aber auch im alltäglichen Leben einsetzen sollten:

  1. Denken Sie in allen Dingen positiv.
  2. Vergessen Sie die Dankbarkeit nicht.
  3. Lassen Sie das Jammern sein.

Rechtes Atmen – Bei dieser Technik der geregelten, harmonischen Atmung handelt es sich um eine Form tiefer Bauchatmung. Seit alter her kennt man im Fernen Osten zahlreiche Atemtechniken, bei denen die Bauchatmung als besonders wirkungsvoll gilt. Trotzdem musste ich feststellen, dass all diese Techniken unvollkommen sind. Nachdem ich mich in Theorie und Praxis intensiv mit den verschiedensten Techniken beschäftigt und ihre Vorzüge und Nachteile gründlich geprüft habe, fand ich für meine Atemtechnik schließlich eine nahezu perfekte Form.

1. Körperhaltung und Mudra der Glocke – Sitzen Sie mit geradem Rücken natürlich aufrecht und entspannt, damit die Luft die ganze Lunge füllen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie sich in Meditationshaltung oder im Schneidersitz auf dem Boden niederlassen oder sich auf einen Stuhl setzen. Wenn Sie auf einem Stuhl sitzen, sollten Sie den Rücken nicht anlehnen und die Unterarme nicht auf die Armlehnen legen. Wenn Sie sich auf den Boden setzen wollen, können Sie zum Beispiel ein flaches Sitzkissen in der Mitte zusammenfalten und es unter das Gesäß legen oder ein Meditationskissen benutzen. Entspannen Sie nun die Schultern, und halten Sie  die Arme so seitlich am Körper, dass sie im Ellbogen einen rechten Winkel bilden.

Dann legen Sie die beiden Handflächen vor dem Nabel so zusammen, als wollten Sie einen kleinen Ball sanft umfassen. Dabei liegt Ihre aktive Hand oben (bei Rechtshändern die rechte, bei Linkshändern die linke). Die Daumen liegen übereinander und die vier Finger geschlossen nebeneinander, um einen Hohlraum zu bilden. Dies bezeichnet man als Mudra der Glocke.

Wer wegen Krankheit oder aus Schwäche nicht in der Lage ist, aufrecht zu sitzen, kann auf dem Rücken liegend üben. Dabei legen Sie beide Arme gestreckt seitlich neben den Körper, wobei die Handflächen nach unten weisen.

2. Atemtechnik

a. Einatmen: Atmen Sie ruhig und geräuschlos durch die Nase ein, bis die Lunge vollständig mit Luft gefüllt ist und drücken Sie dann die eingeatmete Luft energisch hinab in den Unterbauch ins tanden. Dadurch senkt sich das Zwerchfell auf natürliche Weise, und die Lunge füllt sich bis zur Basis.

Mit dem tanden ist hier die wahre Mitte des Körpers gemeint: Es ist der Mittelpunkt eines Kreises, den Sie erhalten, wenn Sie 7cm unterhalb des Nabels einen imaginären Querschnitt durch den Bauch machen.

b. Atem anhalten: Bringen Sie die Kraft ins tanden, indem Sie den Unterbauch anspannen und den After fest verschließen und halten Sie den Atem ein paar Sekunden an (maximal zehn Sekunden), aber nur solange, wie es nicht unangenehm wird.

c. Ausatmen: Atmen Sie geräuschlos und möglichst vollständig durch die Nase aus. Dabei lassen Sie die Spannung im Unterbauch und im After langsam los, wobei die Bauchdecke wieder nach innen sinken kann. Das Ausatmen sollte etwa doppelt so lange dauern wie das Einatmen.

d. kleiner Atem: Atmen Sie nun einmal oder zweimal normal, um die Atmung zu regulieren.

Wiederholen Sie nun diesen Atemzyklus (a. – d.) täglich fünfundzwanzig Mal, in einem Zug oder in mehreren Abschnitten. Man kann ihn auch öfter wiederholen, aber der Grundsatz „je mehr, desto besser“ gilt hier nicht unbedingt.

Tipp: Um die Zahl der Atemzüge nicht zu vergessen, können Sie mit den Fingern mitzählen.

e. Stilles Atmen: Zum Schluss machen Sie zehn ruhige, langsame und tiefe Atemzüge, wobei Sie etwas Kraft ins tanden bringen.

Dabei können Sie sich in einen meditativen Zustand versenken und zum Beispiel auch über ein Thema wie „Ich bin eins mit dem Universum“ oder „Meine Ungeduld ist vergangen“ meditieren. Ich möchte Ihnen empfehlen, zum Abschluss Affirmationen zu üben.

Imagination – Eine Besonderheit dieser Atemtechnik besteht darin, dass man die Kraft positiver Gedanken einsetzt. Die Kräfte des Geistes und der Seele zu benutzen bedeutet, intensiv zu denken oder zu bitten, dass dies oder jenes geschehen oder sich in einem bestimmten Zustand befinden möge. Der beste Weg zur Verwirklichung des Wunsches besteht darin, dass man im Geist seine Erfüllung vorwegnimmt. Die Imagination ist natürlich nicht nur auf Gesundheitsprobleme beschränkt, sondern lässt sich auf alle Lebensbereiche anwenden. Um die Imagination in Einklang mit dem Atem zu bringen und einen gesunden Körper zu formen, geht man wie folgt vor:

  1. Beim Einatmen stellen Sie sich vor: „Im tanden sammelt sich die grenzenlose Kraft des Universums. Sie erfüllt meinen ganzen Körper.“
  2. Während des Anhaltens stellen Sie sich vor: „Mein ganzer Körper ist vollkommen gesund. Mein…(Name der Krankheit) ist geheilt, ist geheilt.“
  3. Während des Ausatmens stellen Sie sich vor: „Alle Schlacken, Giftstoffe und Abfälle in  meinem Körper wurden mit dem Ausatmen vollständig ausgeschieden. Mein gesamter Körper ist gereinigt. Die Zellen des ganzen Körpers haben sich verjüngt.“

Für jede Krankheit  können Sie diesen Zyklus fünf Mal wiederholen: dass heißt, wenn Sie fünf Krankheiten haben, kommen Sie auf fünfundzwanzig Wiederholungen. Personen mit weniger Beschwerden wiederholen den Namen der Krankheit, die sie in erster Linie heilen möchten, so oft sie wollen. Und wer überhaupt keine Probleme hat, wiederholt fünfundzwanzig Mal: „Die Zellen des ganzen Körpers sind vollkommen gesund.“

Natürlich sind fünfundzwanzig Wiederholungen das absolute Minimum. Sie können den Zyklus beliebig oft wiederholen. Es spielt keine Rolle, ob Sie die fünfundzwanzig Wiederholungen in einem Zug machen oder in mehrere Abschnitte aufteilen; die Hauptsache ist, dass Sie an einem Tag insgesamt auf fünfundzwanzig Mal kommen.

Wenn Sie als Anfänger die Bauchatmung üben, sollten Sie das nicht länger als zehn  Minuten auf einmal tun. Selbst wenn man sehr viel mehr übt, kann natürlich nichts Schlimmes passieren. Doch weil man dabei bestimmte Muskeln intensiv benutzt, kann es nach langem Üben vorkommen, dass untrainierte Personen am nächsten Morgen Muskelkater haben. Deshalb sollte man es mit der Bauchatmung anfangs nicht übertreiben. Auf jeden Fall ist es unnötig, dass man Gefühle hat wie: „Das ist ja viel zu anstrengend!“ In diesem Fall werden dann negative Vorstellungen mit dem Üben assoziiert, die das Gegenteil dessen bewirken können, was man eigentlich damit erreichen möchte.

Introspektion – Bei der Innenschau mit den Augen der Seele, betrachtet man den Inhalt der Imagination mit den Augen der Seele und malt sich ihn ganz deutlich aus. Sehen Sie sich dabei in Ihrer eigenen Gestalt, nach der Erfüllung Ihres Wunsches, in einem lebhaften fröhlichen Zustand. Wer zum Beispiel unter Magen-Darm-Beschwerden leidet, stellt sich vor, dass die Beschwerden verschwunden sind und malt sich dabei aus, dass er völlig geheilt ist und gerade genussvoll seine Lieblingsspeise verzehrt. Als ich selbst meinen grauen Star überwinden wollte, habe ich mir vorgestellt, wie mich der großartige Anblick einer besonders geliebten Landschaft tief beeindruckt. Um das Ganze zu verstärken können Sie zusätzlich „sammeln und verteilen“ : „Sammeln“ bedeutet, die grenzenlose Kraft des Universums im Körper zu absorbieren und im tanden zu speichern; „verteilen“ bedeutet, diese gesammelte Kraft im ganzen Körper zu verteilen oder gezielt zu den kranken oder gestörten Stellen fließen zu lassen. Auch diese Technik lässt sich nicht nur in gesundheitlichen Dingen, sondern auch auf alle anderen Lebensbereiche anwenden.

Bemühen Sie sich bitte darum, meinen Anweisungen zu folgen und stets lang und tief zu atmen. Auch empfehle ich Ihnen, ab und zu zu singen und zu lachen. Dann wir die Kraft großer Gesundheit bestimmt zu Ihnen kommen.

Affirmation – Die Methode praktiziert der Übende für sich selbst; dagegen ist die Affirmation ein Mantra, das zum wahren Frieden in der Welt führen soll. In der Welt des großen Friedens sind nicht nur die Menschen, sondern alles im Universum in einem Zustand der Harmonie, der Ruhe und des Glücks. Während des stillen Atmens können Sie im Anschluss an die Methode zehn Mal die „Große Bekräftigung“ wiederholen, ohne dabei auf den Atem zu achten: „Die ganze Erde ist von Frieden und lebendiger Energie erfüllt.“

Dabei stellen Sie sich eine Szene einer friedvollen lebendigen Welt vor. Weil die grenzenlose Kraft des Universums involviert ist, hat die große Bekräftigung eine gewaltige Macht. Der große Frieden in der Welt kommt umso schneller, je mehr Menschen sich daran beteiligen. Wer die Affirmation für das Wohl der ganzen Welt einsetzt, sammelt große Verdienste an, die dann in vielfacher Verstärkung wieder an den Bittenden zurückgegeben werden.

Doch dies ist nicht der eigentliche Zweck der Affirmation, auch wenn das am Anfang der Praxis so in Ordnung ist. Die Hauptsache ist, sie einfach zu praktizieren. Ich empfehle Ihnen, die Große Bekräftigung zum Beispiel beim Gehen oder Fahren, bei allen möglichen Gelegenheiten, bei denen Ihr Geist nicht beschäftigt ist, mental zu üben. So kann sie für Sie zu einem unsichtbaren Schutzschild werden, der Sie vor Unglück und Katastrophen bewahrt.

Genau wie bei allen anderen Heilmethoden ist es wichtig, diejenige zu wählen, die dem Anwender entspricht. Es gibt viele Arten des Heilatmens aus verschiedenen Kulturkreisen und entwickelt mit unterschiedlichen Techniken. Die individuell angenehmste lässt sich mit Sicherheit in der breitgefächerten Literatur zu diesem Thema finden.

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